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Unendlichkeit. Universum und menschlicher Geist

Universum

„Das Unendliche! Keine andere Frage hat je den menschlichen Geist so tief bewegt.“ (David Hilbert)

Im Universum gibt es weder einen absoluten Anfang noch ein absolutes Ende. Das Prinzip der Unbegrenztheit gilt für das gesamte Universum, (auch für den Menschen). Alles ist unendlich, unbegrenzt und befindet sich im ständigen Fluss der Bewegung. Der Begriff der „Unendlichkeit“ müsste bei aller Unfassbarkeit, als eins der erstaunlichsten Produkte des menschlichen Geistes gewürdigt werden: die Unendlichkeit als das Herauswachsen des Menschen über sich selbst.

„Das Kontinuum besteht aktual aus unendlich vielen Unteilbaren..“
(Galileo Galilei)

Dabei ist die Mathematik hier aber überdeutlich Folge u.a. philosophischer „Anwendungen“. Beim thematischen statt sachlogischen Vorgehen wird „Lebensnähe“ (soweit man unter ihr nur praktische Anwendbarkeit versteht) durch Aspektvielfalt ersetzt. Im Zentrum soll nicht in erster Linie die mathematische Fachsystematik stehen, die so rigide, sondern ein umfassender Oberbegriff, nämlich eben „Unendlichkeit“.

„Ich bin so für das actual Unendliche..“
(Gottfried Wilhelm Leibniz)

Schon die altgriechischen Philosophie unterschied zwischen dem stets Endlichen aber Unbegrenzten, dem apeiron, und dem tatsächlich vorhandenen Unendlichen, dem aphorismenon. Apeiron bezeichnet den Gegensatz des Wortes für Grenze peras. Diese Begriffe werden heute mit potentiell unendlich und aktual unendlich bezeichnet.

„Das Unendliche stellt sich als das Gegenteil heraus von dem, was die Leute sagen. Es ist nicht das unendlich, was nichts außer sich selbst hat, sondern das, was stets etwas außer sich selbst hat.“ (Aristoteles)

Aber Ebenso hat der menschliche Geist als Abbild des göttlichen Geistes und dank seiner immensen schöpferischen Fähigkeiten eine Ausnahmestellung im Universum, und ist doch nicht einzigartig. In meinem Beitrag möchte ich zeigen, daß für Cusanus diese Auflösungen von gesicherten Grenzen und Standpunkten gar keinen Verlust bedeuten, sondern allererst einen adäquaten Begriff vom Kosmos und vom menschlichen Geist ermöglichen. Das gesamte Leben im Universum, somit auch und der Erde und der Menschen, befindet sich in einer kontinuierlichen Entwicklung und Evolution. Die wichtigste Aufgabe der menschlichen Evolution besteht darin, das Bewusstsein ständig zu erweitern. Darauf beruht die Grundlage jedes Fortschritts, der sich aber nicht nur auf Zivilisation, sondern mehr noch auf die Kultur und damit auch auf die Weltanschauung erstreckt. Ohne gleichzeitige Erweiterung und Vertiefung des Weltbildes gibt es kein allgemeines, sowie persönliches Vorwärtskommen.

Denn die mit dem Wegfall eines fixen Mittelpunktes einhergehende Unendlichkeit des Weltalls sichert auch dem menschlichen Geist seine Unabhängigkeit von einem Fixpunkt, der ihm von vornherein im Weltganzen zugewiesen ist. Es gibt somit nicht eine einzige und alleingültige Sicht auf einen geschlossenen Kosmos, sondern es eröffnet sich für den menschlichen Geist eine unabsehbare Vielfalt von Möglichkeiten, wie er das unendliche Universum messend begreifen kann.

Interessant dass die gesamte Evolution, und damit auch der einzelne Mensch befinden sich in dieser Abfolge. Das Studium der „Lebendigen Ethik“ bringt das notwendige Wissen für die Lebensmeisterung, sowie das Wissen um den geistigen Aufstieg. Der Sinn des Lebens, die Macht und Bedeutung der Gedanken, Selbsthilfe durch richtiges Denken. Ethik und Ernährung, Ethik im Alltag, Kunst und Schönheit, Ethik als Lehre des Lebens, der Mensch im Weltall Kosmos, Bedeutung der Freude. Erweiterung des Bewusstseins, Karma und Dharma, Tod und Wiedergeburt, Lebendige Ethik und Erziehung.

„324. Folgerichtigkeit im Streben schafft Ströme kosmischer Feuer. Wenn die Feuer der Zentren des flammenden Agni Yogi schaffen, werden alle verstärkten Streben angesprochen. Antworten die Zentren auf den Sog kosmischer Anziehungen, so kann gesagt werden, dass die Substanz des Planeten viel reines Feuer sammelt. Lenkt der flammende Agni Yogi das feurige Streben zur Durchführung des Auftrags, so kann gesagt werden, dass die ganze Kosmische Macht mit ihm zusammenarbeitet. Wo ist das Ende und wo ist die räumliche Grenze? Dies mag vom lenkenden Agni Yogi selbst bestimmt werden. Diese geistigen Übertragungen sind wahrlich sehr gewaltig; daher wird in Unserem Turm die Schöpferkraft der Strahlen so hoch geschätzt. Das Feuer des Geistes ist der beste Leiter. Wir kennen seine ganze Macht. So sehen Wir die Schöpferkraft des Geistes.

„325. Das Schöpfertum des Kosmos wird von der Anziehung des Magneten gesättigt. Alle angetriebenen Atome werden vom Geisteskorn angezogen, da jede schöpferische Erscheinung ihren Kern hat. Das Geisteskorn enthält das ganze Streben und drückt die schöpferische Spannung aus. Wahrlich, im Geisteskorn werden alle Energien bestätigt, und auch darin liegt die Übereinstimmung mit der kosmischen Richtung. Doch Streben nach verschiedenen Verbindungen ruft einen entgegengesetzten Spannungsvorgang hervor. Nur ein gespanntes Gefäß gewährt eine dem kosmischen Ziel entsprechende Richtung. Sammelt sich um das Geisteskorn eine mit dem Streben des Magneten verwandte Energie, so kann dies mit dem Sammeln des Atoms um seinen Kern verglichen werden. Jeder Lebensprozess wirkt aus innerem.“

„Unsere Betrachtung raubt den Mathematikern ihre Wissenschaft nicht, indem die aktuale Existenz des Unendlichen in der Richtung des Zuwachses ausgeschlossen wird. Tatsächlich benötigen und gebrauchen sie es nicht. Sie postulieren nur, dass eine endliche gerade Linie verlängert werden kann, so weit sie wollen.“ (Aristoteles)

In der Philosophiegeschichte und der gegenwärtigen Ontologie werden als weitere Kandidaten für aktual unendliche Gegenstände unter anderem diskutiert: eine unendliche Menge an Substanzen (etwa Atomen) oder an räumlichen und zeitlichen Einheiten (insbesondere als Kontinuum), eine unendliche Reihe von Ursachen (deren Unmöglichkeit ist eine Voraussetzung vieler klassischer Gottesbeweise), sowie Gott.

Zum beispiele Anaximander führt den Begriff eines Unbegrenzten (a-peiros) ein. Unendlichkeit ist gleichermaßen grenzenlos wie unbestimmt.

Die Unterrichtseinheit zum Thema „Unendlichkeit“ kann hier nur angedacht und müsste auf die Dauer mit vielen Überlegungen zu Details aufgefüllt werden. Aktuale Unendlichkeit (spätlat. actualis, „tätig“, „wirksam“) und potentielle Unendlichkeit (spätlat. potentialis, „nach Vermögen“) sind zwei entgegengesetzte Auffassungen des Unendlichen, die vor allem bei den Grundlagen der Mathematik, speziell bei der Mengenlehre, wichtig sind. Zuweilen wird statt „aktualer“ auch der Begriff „aktuelle Unendlichkeit“ gebraucht, und „potentielle“ wird gelegentlich als „potenzielle Unendlichkeit“ geschrieben.

Die Unterscheidung zwischen dem „Potentiell Unendlichen“ und dem „aktual Unendlichen“ betrifft das Grenzgebiet zwischen Philosophie und Mathematik. Sie besteht seit Aristoteles also schon lange vor der Formulierung der Mengenlehre.

„Wenn die Materie ins Unendliche teilbar ist, so enthält sie wirklich eine unendliche Menge von Teilen, ein Unendliches, das real und aktual existiert.“
(Pierre Bayle)

Für Physik, Mathematik und Philosophie postuliert Aristoteles dagegen (im 3. Buch der Physik): „Überhaupt existiert das Unendliche nur in dem Sinne, dass immer ein Anderes und wiederum ein Anderes genommen wird, das eben Genommene aber immer ein Endliches, jedoch ein immer Verschiedenes und wieder ein Verschiedenes ist.“ Potentielle Unendlichkeit lässt sich kaum besser darstellen. In der Ontologie des Aristoteles ist der Gegensatz von Potentialität und Aktualität grundlegend und wird auch auf Mengen von Objekten angewendet. Eine Menge, welcher prinzipiell unendlich viele Objekte hinzufügbar sind, nennt Aristoteles „Potentiell“ unendlich.

„Wird das kosmische Muster für die Evolutionsbestätigung ausgelegt, so werden alle schöpferischen Energien davon angezogen. Alle angetriebenen Energien müssen im Kosmos verwendet werden. In der menschlichen Schaffenskraft müssen alle Energien gespannt werden. Sobald die beiden Begriffe als einzige Rettung angenommen werden, wird man auf der Stufe des Aufstiegs stehen. Und die Wesenseinheit im Kosmos wird die Errungenschaft des Unbegrenzten offenbaren.“
(Lebendige Ethik. Unbegrenztheit)

Das Wort „unendlich“ beschreibt in diesem Sinne also nur die Möglichkeit, immer noch weiter zu gehen. Schulbeispiel dafür ist die Menge \mathbb N=\{1,2,\dots\} der natürlichen Zahlen: Sie ist in dem Sinne eine unendliche Menge, dass man zu jeder natürlichen Zahl einen Nachfolger angeben kann; es gibt also kein Ende. Jede einzelne dieser Zahlen (und sei sie auch noch so groß) ist dagegen endlich. Jede Menge der Form \{1,2,\dots,n\} (n ist eine beliebige natürliche Zahl) lässt sich vollständig ausschreiben, die Menge \mathbb N dagegen nicht. Ultrafinitisten erheben hier den Einwand, dass auch \{1,2,\dots,n\} nicht vollständig ausgeschrieben werden kann, wenn n so groß ist, dass praktische Gründe dies verhindern – zur Verfügung stehendes Papier, Lebensdauer des Schreibers oder Zahl der Elementarteilchen, die im zugänglichen Teil des Universums sicher unter 10100 liegt.

Platons Darlegungen lässt sich die Idee einer aktualen Unendlichkeit entnehmen. Sie ist das bestimmte Formprinzip, das Eine, welches die materielle Mannigfaltigkeit der Materie durch Eingrenzung strukturiert.

Dieser Ausschluss einer aktualen Unendlichkeit wird in der antiken und mittelalterlichen Religionsphilosophie oftmals für Beweise der Existenz Gottes verwendet. Denn damit ist ein Fortschreiten, das prinzipiell unendlich viele Schritte vollziehen kann, niemals abschließbar. Darum hält man eine Erklärbarkeit der Realität für undurchführbar, welche bei bestimmten Objekten startet, deren Ursachen anführt, und so jeweils fortschreitet. Stattdessen wird Gott als Erstursache angenommen, die selbst nicht Element einer solchen Ursachenreihe ist. So etwa bei Thomas von Aquin.

Augustinus identifiziert, dem Platonismus folgend, Gott direkt mit dem aktualen Unendlichen.

Versucht man den Gedanken zu plausibilisieren, daß das Weltganze seine Entstehung einer anderen oder gar höheren Ursache als irgendwelchen natürlichen oder weltimmanenten Ursachen verdankt, dann sind dafür offensichtlich zwei konzeptuelle Voraussetzungen einer wesentlichen Begrenztheit zu machen. Zum einen ist dies die raum-zeitliche Endlichkeit des Universums und zum anderen das Auftreten von menschlichem Geist auf einem begrenzten Raum im ansonsten geistfreien Universum.

„328. Alle Moleküle bewegen sich der Anziehung entsprechend; alle räumlichen Feuer bewegen sich der Anziehung entsprechend. Das kosmische Korn zieht alle Atome an. In Wahrheit ist jedes Atom ein Korn, doch es gibt kosmische Körner. So zieht jedes Gestirn Energien in seine Wirbelringe und durchdringt sie mit seinen Strahlen. Das Raumfeuer ist daher nicht gleichartig, sondern von unterschiedlicher Spannung und Beschaffenheit.
Rotierend ziehen die Gestirne die Energien in ihre Bahn und sättigen mit ihrer Schöpferkraft das Universum. Die Beschaffenheit des Geisteskorns bildet sich für ein ganzes Manvantara und enthält eine dem Gestirn wesensgleiche Substanz. Die Monade wird natürlich gleicherweise von den Gestirnen gesättigt, da sie das Geisteskorn aufbaut..“
(Lebendige Ethik. Unbegrenztheit)

Am Übergang zu Renaissance bzw. früher Neuzeit kombiniert Nikolaus von Kues diese Traditionen mit mathematischen Problemen. In zahlreichen arithmetischen und geometrischen Analogien versucht er zu verdeutlichen, dass es dem endlichen, unterscheidenden Verstand unmöglich ist, die aktuale Einheit des Unendlichen zu erfassen. Ein Beispiel dafür ist die Unmöglichkeit, durch fortschreitende Einbeschreibung von Polygonen mit zunehmender Kantenzahl in einen Kreis gerade und krumme Linie aktual zur Deckung zu bringen. Dieses Problem der Kreisquadratur hatte bereits zahlreiche Behandlungen gefunden, u.a. bei Thomas Bradwardine. In der jüngeren Forschung werden vielfach die Überlegungen des Cusanus mit Problemen der Philosophie der Mathematik verglichen, wie sie sich seit den frühen Vertretern eines mathematischen Konstruktivismus stellen, sowie mit den Überlegungen Georg Cantors.

„Ohne Unendlichkeit gäbe es keine Mathematik […]. Aber das bedeutet nicht, dass die Unendlichkeit existiert. Die Unendlichkeit ist bloß ein Konstrukt, ein Konstrukt des Menschen.“
(John Marie Coetzee)

Cantor war der Meinung, dass das potentiell Unendliche das aktual Unendliche voraussetzt und damit ein klarer Gegner von Johann Friedrich Herbart, der den Begriff des Unendlichen wiederum als wandelbare Grenze ansah, die sich in jedem Augenblick weiter verschieben kann bzw. muss.

Verschiedene Auffassungen in der heutigen Mathematik und Philosophie der Mathematik

Der themenzentrierte statt mathematisch-sachlogische Zugang sorgt dafür, dass Mathematik endlich mal als Teil der Allgemeinbildung erscheint.
Woraus folgt: etwa die theologischen oder kunsthistorischen Aspekte des Themas werden genauso ernst genommen wie die mathematischen, es läuft eben nicht mehr alles langweilig-verlässlich letztlich doch „nur“ auf Mathematik hinaus.

Bemerkenswerterweise ist trotz dieser Schwierigkeiten, die Menge der reellen Zahlen zu erzeugen, auch auf konstruktivistischer Seite vereinzelt die aktuale Auffassung bezüglich der Unendlichkeit der reellen Zahlen anzutreffen: Der Intuitionist Luitzen Egbertus Jan Brouwer sieht das Kontinuum als eine Urintuition an, also als etwas dem menschlichen Geist fertig Gegebenes und somit aktual Unendliches. Insofern die Menge der reellen Zahlen die gängige mathematische Modellierung des Kontinuums bildet, lässt auch sie sich dann als aktual unendlich auffassen.
Vor aller Fachsystematik und terminologie schreit das Thema „Unendlichkeit“ dringend nach einem „Begriff“ bzw. einer Anschauung.
Nun liegt die Crux allerdings darin, dass es eine echte Anschauung der Unendlichkeit eben gerade nicht gibt, weil jede Anschauung endlich und das Unendliche vielleicht überhaupt erst in religiös-mystischen Erlebnissen erfahrbar ist.

Wie Jahrtausende vorher Pythagoras, hartnäckig bemühte, eine neue Arithmetik zu entwerfen, die die Beziehung zwischen dem Göttlichen und den Zahlen ergründete. Als wollte er den Geist des ewigen Vaters rekonstruieren, machte er sich die alte thomistische Idee über den Zusammenhang der Einzelteile zunutze, um die Grundlagen für eine neue Mengenlehre insbesondere unendlicher Mengen zu schaffen.“

„Jesus“, sagte [Don Camillo], „wenn ich jetzt zu zählen beginne… eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben… und eine Million Jahre fortfahre zu zählen, werde ich dann jemals zum Ende kommen?“

„Nein“, erwiderte Christus. »Wenn du so tust, bist du wie jener Mensch, der einen großen Kreis auf der Erde zog, ihn abzugehen begann und sprach: ‚Ich will sehen, wann ich zu Ende komme.‘ Du würdest nie an ein solches kommen.“

Don Camillo ging schon im Geiste jenen großen Kreis und verspürte den Schauer, der jeden erfaßt, welcher versucht, einen Augenblick aus dem Fenster zu blicken, das in die Unendlichkeit schaut.

„Es gibt das aktual Unendliche in Zahl, Zeit, Menge.“ (John Baconthorpe)

Der Bereich der reellen Zahlen ist der klassische Fall einer nicht operativ abgeschlossenen Menge. Ein Algorithmus kann nur Zahlen produzieren, die mit endlich vielen Zeichen darstellbar sind, und so ist es zwar möglich, endliche oder abzählbare Mengen von reellen Zahlen (für Konstruktivisten sind das regelmäßige Folgen rationaler Zahlen) zu konstruieren (indem man z. B. einfach jeder einen anderen Namen gibt), aber es ist nicht möglich einen Algorithmus anzugeben, der jede reelle Zahl erzeugen kann. Denn der müsste diese in abzählbar vielen Schritten produzieren können, was aber nicht möglich ist, weil die Menge der reellen Zahlen überabzählbar ist (Cantors zweites Diagonalargument).
Die „Menge“ der reellen Zahlen, kann also nicht durch einen Algorithmus (oder endlich viele) angegeben werden, sondern man würde unendlich viele Algorithmen benötigen, um alle reellen Zahlen zu erzeugen, und diese unendlich vielen Algorithmen lassen sich ihrerseits nicht durch einen höherstufigen Algorithmus erzeugen (denn auch daraus würde folgen, dass die reellen Zahlen abzählbar sein müssten). Die Algorithmen zur Erzeugung aller reellen Zahlen bilden demnach keinen operativ abgeschlossenen Bereich, sind also schwerlich als „fertig vorliegend“ zu bezeichnen und bilden daher eher eine potentielle Unendlichkeit.

Kosmos Harmonie und der Mensch
413. Das Gesetz der Entstehung gründet auf Selbstbehauptung. Wenn die Eigenschaften des Feuers mit der Anziehung des Kosmischen Magneten zusammenwirken, wird der Raum mit einer neuen Formel bereichert. Ein Mensch, der bemüht ist, seine Eigenschaften zu harmonisieren, arbeitet mit dem Kosmos zusammen. Jeder, der sein geistiges Bildnis schafft, trägt zur Harmonisierung im Kosmos bei. Die räumlichen Ströme werden durch das Prinzip der Verschmelzung gestärkt. Dieses Gesetz lenkt alle kosmischen Kräfte. Der Mensch, der sich auf seinem Lebensweg behauptet, beweist kosmische Mitarbeit. In Selbstaufopferung ruft die Kraft des Raumes; und Selbstaufopferung ist dem Aufbau des Kosmos eigen; gerade Selbstaufopferung führt das Licht des Geistes in die Unbegrenztheit.

320. Kosmische Modelle sind im ganzen Raum verteilt, und wie die Gestirne die Eigenschaft der Ströme bestimmen, so bürgt das Streben der Materia Lucida für die Verstärkung der fließenden Evolution. Die Energien aller Prinzipien sind auf ausgeglichene Schönheit des vorherbestimmten Vorhabens gerichtet. Vielfältig angetriebene Energien jagen dahin im Wirbelwind des Raumfeuers..

„Wo faß ich dich, unendliche Natur?“
(Johann Wolfgang von Goethe)

„Alles geben die Götter, die unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz,
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Räumt Bestrebungen zum Dunklen unablässig hinweg. Der Menschheit Hauptmangel – der Mangel an Verstehen – äußert sich in dieser Dissonanz. Sobald der Geist und die ihn umkleidenden Hüllen im Gleichklang sind, wird die Menschheit der kosmischen Einheit näher kommen. Sobald man sich daher Streben zum feurigen Prozess zu eigen macht, wird eine neue Stufe bestätigt. Das Streben der Menschheit nach Bekundung von Unvollkommenheit ergibt sich aus der Grundeigenschaft Leichtfertigkeit. Spricht man vom höchsten Gleichklang, so besagt dies, dass der Kosmos nach dem Prinzip der Lebenseinheit schafft. Daher kann man nur durch Einheit das Ziel erreichen. So ruft das Unbegrenzte Geist und Materie.

473. Der Kosmos spannt sich im Vereinen seiner Teile. Das Prinzip der Vereinigung ist so gewaltig, dass behauptet werden kann, dass sich das Einheitsprinzip als der mächtigste Hebel erweist. Magnetisierung durch den Geist äußert den Beschluss des Kosmischen Willens. Nur die Schöpferkraft des Geistes kann wahrlich die Schöpferkraft der Ewigkeit genannt werden. So spannt das schöpferische Geisteskorn jede strebende Zelle. Der Geist bestimmt die Kette der Leben; daher ist die kosmische Vereinigung so machtvoll. Die bestätigte Vereinigung wird daher durch die Anziehung des Geistes aufgebaut. Ja, ja, ja! Nach dem kosmischen Gesetz sammelt das durch den Geist offenbarte Prinzip jene Körner, die auf die Anziehung des Magneten ansprechen..

Kosmisches Gleichgewicht bedingt Streben nach unbegrenzter Vervollkommnung. Die Zusammenarbeit des menschlichen Geistes mit dem Kosmischen Magneten drängt ihn selbst an jene Grenze, die ihm hilft, in die Unbegrenztheit zu streben. So bereitet sich die Menschheit, jenseits der Mauer der Zufriedenheit, die Grenze Kosmischer Gerechtigkeit.

456. Die Menschheit erachtet alle unerforschten Energien als nicht vorhanden. Nicht Streben, sondern Ablehnung veranlasst die Menschheit, die feinsten Energien zu verschmähen. Wenn die kosmische Schöpferkraft ihre Hebel spannt, entstehen die vorbestimmten Formen. Doch die Menschheit, nicht bestrebt, die neuen Formen anzunehmen, weist damit zweifellos weiteren Fortschritt ab. Alles schwebt um die Menschheit, doch die Energien nehmen nur dann Formen an, wenn sie mit dem menschlichen Bewusstsein in Berührung kommen.

Daher bringt die wogende Flut für taube Empfänger nur Absonderung von der Kosmischen Schatzkammer. So beraubt sich die Menschheit des Wertvollsten.

457. Die neuen Energien sind fürwahr auf die Vervollkommnung des Lebens ausgerichtet. Sobald die Menschheit den Begriff räumliches Feuer annimmt, wird sie verstehen, wie die Entstehung neuer Energien vor sich geht. Wenn Wir vom räumlichen Feuer sprechen, denken Wir an jene Körner, die Leben bezeugen und alle Formen zur Offenbarung spannen. Deshalb ist die Empfänglichkeit des Agni Yogi so feurig. Deshalb ist das Streben zum kosmischen Strom so unverkennbar. Ich bezeuge daher, dass die höhere Empfänglichkeit der Zentren für die Angleichung an das Höchste offenkundig ist. So versichere Ich, dass die Zentren der Menschheit eine neue wertvolle Wissenschaft bescheren werden.

369. Das Streber nach Kenntnis des Geisteskorns ist so wesentlich; jeder Geist muss danach streben. Ist die Richtung des eigenen Feuers klar, so kann man dem vorbestimmten Pfad entlang streben. Die freien Energien können das Karma schwacher Geister gestalten, und der Raum strotzt von solch hin- und hergeworfenen Geistern. Wie in einem strebenden Wirbel eilen jene, die sich ihrer Bestimmung bewusst geworden sind, doch die noch Unbewussten sind aufgewirbelt wie Federn. Daher wird der Lauf des Geistes, der dem zustrebt, was vom Kosmischen Magneten bestimmt ist, wie ein Glied der großen Evolution sein. Das machtvolle Geisteskorn bildet einen neuen Strom und ein feuriges Glied. So schreitet Unser gespannter Agni Yogi daher; so widerhallt der feurige, strebende Agni Yogi; so schafft der flammende Agni Yogi. So errichtet der Agni Yogi die Evolutionsstufen.

377. Die Grenzen zwischen den Polen werden ausgelöscht – so nennen Wir es, wenn der Lebensimpuls verschoben wird. Der Übergang von der einen in die andere Welt bedeutet Nutzbarmachung aller Energien. Diese Verschiebung stellt den kosmischen Vorgang des Raumfeuers dar. Der so genannte Tod bietet die Möglichkeit einer neuen Verbindung; und diese Kraft besteht im ganzen Kosmos.

458. Wahre Errungenschaften zeugen von Streben nach Erkenntnis des Willens der Höchsten Vernunft. Es ist schwierig, eine kosmische Richtung einzuschlagen, ohne den Willen der Höchsten Vernunft zu kennen. Dreiviertel der menschlichen Bestrebungen widersprechen den Kosmischen Bestimmungen. Der menschliche Geist dringt nicht hinter die Grenzen der Sichtbarkeit, und der Widerstand gegen den Willen der Vernunft führt zur Zerstörung. Das wahre, kosmische Gesetz bedingt den Ersatz des einen durch das andere. Diesem Gebot liegt zweifellos der Geist der Erneuerung zugrunde. Zweifellos schließt das Erneuerungsprinzip das Gesetz der Vervollkommnung mit ein. Daher schreitet die mit Hilfe der Menschheit durchzusetzende Umwälzung in Richtung Evolution sehr langsam voran.

Ein Denkanstoß.