Schlagwort-Archive: Alkohol

Schnarchen tut weh

Schnarchen

Schnarchen kann bitter wehtun. Es hört sich komisch an, ist aber so. Der Schnarcher selber merkt nichts von seinem Desaster, betroffen sind eher die Partner an dessen Seite. Schlaflose Nächte, Verspannungen und Kopfschmerzen sind die bitteren Nachgeschmäcker an der Seite eines Schnarchenden.

Schnarchen sind Schlafprobleme

Schnarchen sind Schlafprobleme, die viele Gesichter und Ursachen haben. In einigen Fällen ist es ein Erschöpfungssymptom, in anderen toben Erkältungen sich aus und wiederum andere Symptome verweisen auf allgemeine Schlafprobleme. Nichts ist schlimmer als schlecht zu schlafen, nach Luft zu ringen oder nur zu dösen und dann in den tiefen Schnarch-Zustand zu fallen. Die häufigsten Ursachen für das Schnarchen sind Entzündungen, Übermüdung, Stress, nervöse Störungen, Angst, Sorgen, Nikotin, Alkohol und Kaffee. Manche Patienten schlafen schwer ein, dafür schnarchen sie sich aber umso intensiver in die Nacht hinein. Betroffen sind die Partner, die neben ihnen liegen und nach Rat suchen. Schnarchen kann wehtun, wenn die Partner morgens völlig belastet aufstehen, sich nicht konzentrieren können, Leistungsabfall verspüren und nur noch müde sind. Der Kopfschmerz nimmt nicht ab und die partnerschaftliche Beziehung oder Ehe leidet mitunter ebenso darunter.

Was Sie tun können bei Schnarchern

Es muss nicht immer eine Schlafapnoe sein, die behandelt werden muss. Für Schnarcher gilt allgemein: Kein übermäßiger Genuss von Alkohol. Sättigen Sie Ihren Magen nicht noch kurz vor dem Einschlafen, sondern wenigstens sechs Stunden vorher. Achten Sie auf das Körpergewicht, denn Übergewichtige haben schneller den Drang nach Schnarchen. Wechseln Sie die Bettwäsche öfter. Das gilt besonders für Allergiker. Ändern Sie Ihre Schlafposition. Für Betroffene, die neben ihrem Schnarcher nicht einschlafen können, gilt: Wechseln Sie das Zimmer. Manchmal helfen Ohrstöpsel. Besonders gut ist ein Kräutertee für den guten Schlaf, bestehend aus Orangenblättern, Melisse und Baldrian. Ein altes Hausmittel ist die Zwiebel. Sie wird in eine Tasse Milch gelegt und erwärmt. Danach trinken Sie die lauwarme Milch mit der durchzogenen Zwiebel in kleinen Schlucken vor dem Einschlafen. Das schmeckt nicht sonderlich gut, hilft jedoch, trotz eines Schnarcher an der Seite selber einschlafen zu können.

Hilfsmittel gegen das Schnarchen

Mittlerweile gibt es eine Reihe unterschiedlicher Hilfsmittel zur Verhinderung des Schnarchens. Die Wirksamkeit jedes einzelnen Produkts ist eher individuell zu betrachten. Die Antischnarch-Sprays oder Tropfen sollen die erschlaffenden Muskeln im Mund-Nasen-Rachen-Raum straffen und befeuchten. Langfristig angewandt, sollen sie für Ruhe im Schlafzimmer sorgen. Der Preis tendiert zwischen 10-20€. Die Schnarch-Nasen-Klammer verbessert den Luftfluss. Es ist gewöhnungsbedürftig, doch für manchen Schnarcher eine Alternative. Mit 25-30 Euro sind Sie dabei, sich das Schnarchen abzugewöhnen. Allerdings muss diese Klammer nach spätestens 6 Wochen erneuert werden. Bekannt ist der Nasenstrip, der über dem Nasenrücken geklebt wird. Die Pflasterenden ziehen die beiden Nasenflügel nach oben, sodass mehr Luft einzieht. Hier sind die Preise recht günstig und empfehlenswert für Schnarcher mit Erkältungs- und Entzündungsherden. Fast 200 Euro kostet der Schnarch-Vibrator.

Die Elektroden werden im oberen Halsbereich angesetzt. Das bewirkt die Anregung des Muskelgewebes. Dieser „Trainingseffekt“ soll das Schnarchen verhindern. Hier gibt es natürlich eine Hemmschwelle: Wer hat gerne im Bett einen Vibrator mit Trainingseffekt? Traumhaft sind andere Vorstellungen. Da kommt das Anti-Schnarch-Kissen wohl eher in Frage. Auch hier spielt der Preis eine Rolle. Für satte 100-300 Euro wird es sich nicht jeder Patient leisten können. Das Kissen ist so konzipiert, dass bei Beginn des Schnarchens der Kopf sofort in eine Lage versetzt wird, die besser positioniert ist und das Schnarchen verhindert wird. Das „smart pillow“ aus Singapur beinhaltet in dem Anti-Schnarch-Kissen einen Sensor, der durch Kissenschaukelbewegungen das Schnarchen einstellt. Na dann viel Glück allen Schnarchern und dessen unmittelbaren Betroffenen.

Gesundheitsgefahren durch Alkohol

Alkohol

Alkohol ist ein Gift und schädigt menschliche Körperzellen. Der Alkohol beeinflusst wie alle Suchtmittel das Nervensystem im Gehirn und insbesondere Botenstoffe, die für den Austausch mit den Nervenzellen zuständig sind. Zur Zeit sind 2,5 Millionen Bundesbürger alkoholabhängig. Damit ist klar, dass Alkohol ein großes Problem für den Menschen und die Gesellschaft ist. Aber wo genau liegen die Gefahren? In diesem Bericht werden aus verschiedenen Quellen jede Menge Fakten zitiert.

Mehr als zehn Millionen Menschen trinken in Deutschland mehr als gut für sie ist. 10.000 sterben jährlich an den Folgen des Alkoholkonsums und ebenso viele Kinder kommen mit Entwicklungsstörungen auf die Welt, die auf den Alkoholkonsum ihrer Mütter zurückzuführen sind. Die Menschen mit Alkoholproblemen werden immer jünger. Seit 1970 ist das Einstiegsalter von 15 auf 13 Jahre gesunken. Noch im Jahr 2000 wurden 9500 Jugendliche mit akuter Alkoholvergiftung in bundesdeutsche Kliniken eingeliefert. Im Jahr 2005 waren es bereits 19.400. Beim Alkoholkonsum liegt Deutschland im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe. Zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr trinkt im Schnitt jeder Deutsche.

Alkoholische Getränke steigern den Blutdruck, beeinträchtigen die Muskelleistung und können die Nerven schädigen. Die psychischen und sozialen Folgen regelmäßigen Alkoholkonsums sollten ebenfalls nicht ausgeklammert werden. (Weniger bekannt ist vielen Menschen, dass Alkohol auch das Krebsrisiko steigert).

Bei Menschen, die viel Alkohol trinken und zusätzlich rauchen, erhöht sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs auf das 100 fache. Auch, Herzmuskelerkrankung, Verfettung, Pumpkraft wird verringert (Myokardiopathie) Herzrhythmusstörungen, Hirnzellen sterben ab, bei einem Vollrausch mehrere tausend; geistige Leistungsfähigkeit sinkt, Depressionen, Erkrankung des peripheren Nervensystems, z.B. in den Beinen; Folge: Lähmungen, Gangstörungen (Polyneuropathie), akute und chronische Entzündung (Pankreatitis), gestörte Insulinproduktion führt zu Diabetes, Pickel und Ekzeme, Haut wirkt teigig und gealtert, Krampfadern, wenn es zu Blutungen kommt, lassen sie sich kaum noch stillen, Störungen der sexuellen Funktion, Impotenz, etc..

Wer mäßig Alkohol trinkt, tut seinem Herzen einen Gefallen: Bereits ein Glas eines alkoholhaltigen Getränks pro Woche kann das Risiko für Herzinfarkte und eine bestimmte Form des Schlaganfalls senken. Allerdings können Mengen wie etwa zwei Gläser pro Tag, die für das Herz noch positiv sind, schon das Krebsrisiko erhöhen.

Sucht

Abb. Sucht

Menschen mit hohem Alkoholkonsum wiederum schädigen ihren Herzmuskel direkt. Man schätzt, dass zwischen 40 und 60 Prozent der sogenannten dilatativen Kardiomyopathien durch Alkoholmissbrauch hervorgerufen sind. Dies ist eine Erkrankung, bei der der Herzmuskel erschlafft und nicht mehr richtig arbeiten kann.  Auch je mehr Alkohol jemand trinkt, desto größer wird der Anteil des Alkohols an seinem Kalorienkonto. Alkoholiker decken einen Großteil ihres Kalorienbedarfs über Alkohol und vernachlässigen die Ernährung. Vitaminmangel ist oft die Folge, dies kann die Auswirkungen des Alkohols auf das Gehirn noch verschlimmern.

Alkohol im Straßenverkehr
Wie gefährlich ist Alkohol im Straßenverkehr jeder weiß. Alkohol und der Straßenverkehr nicht die besten „Freunde“ sind. Beispielsweise ist die Unfallgefahr ab 1 Promille (Rauschstadium) zehnmal so hoch wie unter nüchternen Bedingungen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2005 bei 5 Prozent aller Unfälle Alkohol die Ursache. Klingt erst mal nicht so hoch. Aber wenn Alkohol im Spiel ist, dann sind die Folgen meistens schlimmer. Denn Alkohol ist für immerhin 11 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Personen verantwortlich.

Alkohol eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Nach dem Gutachten werden sieben Prozent aller Straftaten oder rund 238.000 pro Jahr in Deutschland unter Alkoholeinfluss begangen. Bei 60 % der 150.000 Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr spiele Trunkenheit eine Rolle. Etwa 1.500 Menschen würden bei Unfällen mit Alkoholeinfluss getötet.
Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden kamen bei Unfällen mit der ‚Ursache Alkoholeinfluss‘ 22.548 Menschen zu Schaden, von denen 704 starben (Jahr: 2004). 400.000 Arbeitsunfälle waren auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Nach Aussage des DHS sind ungefähr 25% bis 30% der Arbeitsunfälle alkoholbedingt; im betrieblichen Bereich rechnet man mit 5% bis 10 % Mitarbeiter/-innen, die alkoholkrank sind. 7% der Straftaten werden unter Alkoholeinfluss begangen.

Im Jahr 2000 ereigneten sich insgesamt 27.375 Alkoholunfälle mit Personenschaden. Bei diesen Unfällen verunglückten 36.764 Menschen, wovon 1.022 starben.

7% aller Straftaten oder rund 238.000 werden pro Jahr in Deutschland unter Alkoholeinfluss begangen. Bei 60% der 150.000 Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr spielte Trunkenheit eine Rolle. Insgesamt verursachen Männer achtmal mehr Unfälle mit Personenschaden als Frauen. Exzessiver Alkoholkonsum ist die dritthäufigste Todesursache.

Alkohol in der Schwangerschaft
Alkohol schadet Deinem ungeborenen Kind – Diese Tatsache ist unumstößlich. Vom Konsum von Alkohol wie auch von Nikotin ist besonders während der Schwangerschaft unbedingt abzuraten. Der Alkohol, den die werdende Mutter während der Schwangerschaft trinkt, gelangt direkt über den Mutterkuchen in die Blutkreisbahn des Kindes. So bekommt Kind in Deinem Bauch viel leichter einen „Schwips“ als Du. Es ist die häufigste Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht. Jedes Jahr kommen in Deutschland mehr als 2000 Babys zur welt, die an einem fetalen Alkoholsyndrom leiden.

Die im Wachstum befindlichen kindlichen Zellen können daher durch Alkohol leichter geschädigt werden, als Deine eigenen. Der Alkohol schädigt die Entwicklung von Organen, Nervensystem und Gehirn. Herz, Nieren oder Geschlechtsorgane Deines Babys können Missbildungen aufweisen. Alkohol gilt als die häufigste vermeidbare Ursache für geistige Schäden und körperliche Fehlbildungen.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts beschrieben Kinderärzte zum erstenmal ein Krankheitsbild, das vorher nie aufgefallen war. Die Kinder hatten ein typisches Aussehen mit schräg nach unten verlaufenden Augenlidspalten, breitem Nasenrücken, großem Abstand zwischen Mund und Nase, sehr schmalem Lippenrot und tief angesetzten Ohren. Außerdem waren sie oft sehr unruhig und geistig behindert bzw. wiesen eine deutlich verminderte Intelligenz auf, hinzu kamen Fehlbildungen an inneren Organen wie z.B. Herzfehler. Es waren Kinder von Alkoholikerinnen, die in der Schwangerschaft täglich große Mengen Alkohol zu sich genommen hatten. Die Krankheit erhielt den Namen „Fetales Alkoholsyndrom“. Jährlich kommen in Deutschland etwa 2 200 Babys mit dem fetalen Alkoholsyndrom auf die Welt.

Das fetale Alkoholsyndrom ist die schwerste Form der Schädigung, die Kindern durch Alkohol während der Schwangerschaft zugefügt werden kann. Kinder, die davon betroffen sind, weisen körperliche Entwicklungsstörungen auf und sind in ihrem Verhalten auffällig. Sichtbare körperliche Zeichen für Schädigungen sind zum Beispiel:

Minderwuchs und Untergewicht, ein zu kleiner Kopfumfang, kleine schräge Augenöffnungen und eine fehlende Rinne zwischen Oberlippe und Nase.
Auch treten häufiger geistige Störungen, wie Lernschwierigkeiten, gestörte Feinmotorik, Hyperaktivität, und Labilität auf. Schädigungen der inneren Organe wie z.B. Nierenschäden und Herzfehler Sichtbare körperliche Missbildungen wie z.B. Minderwuchs und Verformungen im Gesichtsbereich Verhaltensstörungen wie z.B. geringerer Saugreflex, Ruhelosigkeit und leichte Reizbarkeit. Defizite in der geistigen Entwicklung wie z.B. Konzentrationsschwäche, Lernschwierigkeiten und verminderte Intelligenz, etc.

Die Schäden sind meist bleibend. Chancen für eine Heilung bestehen kaum. Viele betroffene Kinder sind ihr ganzes Leben lang auf fremde Hilfe und Fürsorge angewiesen. Die Einweisung in eine entsprechende Einrichtung ist zum Teil unumgänglich. Dies ist nur die berühmte „Spitze des Eisbergs“. Nicht alle Neugeborenen, die während der Schwangerschaft durch Alkohol in ihrer Entwicklung behindert wurden, weisen schwere bis schwerste Folgeschäden auf. Es gibt fließende Übergänge zu Schädigungen, die unter dem Begriff „Alkoholeffekte“ zusammengefasst werden.

Diese Alkoholeffekte sind zum Teil bei der Geburt kaum zu erkennen. Erst im Verlauf der Kindheit werden die Schäden deutlich. Die Schädigungen betreffen das Gehirn und äußern sich bei den Kindern in intellektuellen und motorischen Fehlentwicklungen und Entwicklungsverzögerungen. Auch diese Defizite sind häufig nicht wieder auszugleichen und können zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen. Etwa jedes 306. Neugeborene (2.200 im Jahr) kommt in der Bundesrepublik mit Alkohol-Embryopathien zur Welt. Die Säuglinge sind zu klein und zu leicht, haben Fehlbildungen im Gesicht und Störungen im Gehirn. (nach Angaben des DHS). Daher raten Mediziner schwangeren Frauen heute, vorsichtshalber gar keinen Alkohol zu trinken – kein Bier, keinen Wein, keinen Sekt und erst recht keine Getränke mit hochprozentigen Spirituosen.

Sichtbare körperliche Zeichen für Schädigungen sind zum Beispiel Minderwuchs und Untergewicht, ein zu kleiner Kopfumfang, kleine schräge Augenöffnungen und eine fehlende Rinne zwischen Oberlippe und Nase. Auch treten häufiger geistige Störungen, wie Lernschwierigkeiten, gestörte Feinmotorik, Hyperaktivität, Schlafstörungen und Labilität auf. Die Kinder alkoholabhängiger Eltern haben meist größere Schwierigkeiten beim Lernen, neigen zu Depressionen, Ängsten und einem veringerten Selbstwertgefühl. 41% der Kinder von Alkoholikern leiden lebenslang unter psychischen Störungen. Leider werden in Deutschland jährlich mehr als 2.000 Kinder mit einem Fetalen Alkoholsyndrom geboren – einer Hirnschädigung, verursacht durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Oftmals werden die Symptome und Behinderungen nicht gleich erkannt, also ist die Dunkelziffer noch weitaus höher.

Leber und Verdauungstrakt
Am bekanntesten ist die Wirkung des Alkohols auf die Leber. Diese ist das große Entgiftungsorgan unseres Körpers und baut auch den Alkohol ab. Bei ständiger Alkoholzufuhr vergrößert sie sich zunächst – das Stadium der sogenannten „Fettleber“. Bei immer weiter andauernder Überlastung sterben die Leberzellen schließlich ab, die Leber vernarbt, schrumpft und wird hart. Dies bezeichnen Mediziner als „Zirrhose“.

Die zirrhotische Leber kann weder ihre Entgiftungsfunktion noch ihre sonstigen Aufgaben wie die Bildung von bestimmten lebensnotwendigen Eiweißstoffen erfüllen. Schon 40-60 Gramm reiner Alkohol pro Tag reichen bei Männern aus, um die Leber zu schädigen. Frauen reagieren noch wesentlich empfindlicher, ihre Leber ist schon bei 20-30 Gramm Alkohol am Tag gefährdet – also bei einem Viertelliter Wein.

In vielen Ländern ist der Alkoholmissbrauch nach Kreislauf- und Krebskrankheiten die dritthäufigste Todesursache. In Frankreich sterben 20.000 bis 30.000 Menschen jährlich alleine an Leberzirrhose, Delirium tremens und Nierenerkrankungen. Die meisten Fälle von Mund- und Rachenkrebs, ein Drittel der tödlichen Tuberkulose-Fälle, die Hälfte der Kapitalverbrechen, ein Viertel der Selbsttötungen, ein Drittel der tödlichen Autounfälle und 15 Prozent der Arbeitsunfälle werden nach einer Studie durch Alkoholmissbrauch verursacht.

Auch die Bauchspeicheldrüse gehört zu den Organen, die auf Alkohol reagieren. Akute und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind bei Alkoholikern deutlich häufiger als normal. Auf dem Boden einer chronischen Entzündung kann sich dann auch ein Krebs der Bauchspeicheldrüse entwickeln.

Alkohol unter den „Top Ten“ der Krebsrisikofaktoren
Weniger bekannt ist vielen Menschen, dass Alkohol auch das Krebsrisiko steigert. Alkohol und Krebsrisiko sind eindeutig miteinander verknüpft. Das sagen Experten, die sich im Auftrag der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), einer Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation WHO, mit dem Thema auseinandergesetzt haben. In ihrem Bericht rechnen sie Alkoholkonsum sogar zu den weltweiten „Top Ten“ der Krebsrisikofaktoren.
Seit etwa einem Jahr fällt Alkohol auch offiziell unter die krebserregenden Substanzen. Und es sind gar nicht so viele Drinks nötig, damit sich das Krebsrisiko deutlich erhöht.

Eine britische Studie vom August 2007, belegt, dass das Risiko für Darmkrebs schon bei einem Glas Bier oder Wein pro Tag um zehn Prozent steigt. Bei Frauen ist Alkohol einer der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs. Auch das Risiko für Krebsarten der Mundhöhle und der Speiseröhre steigert sich um 30 Prozent, wenn man nur ein Glas Wein pro Tag zu sich nimmt. Manchmal ist es nicht die direkte chemische Wirkung von Alkohol, die Zellen dazu bringt zu entarten und bösartige Tumore zu bilden.

Wissenschaftliche Arbeiten haben für einige Krebsarten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko gezeigt. Der Fachreport „Food, Nutrition, Physical Activity and the Prevention of Cancer“ nennt Tumoren.

Darüber hinaus ist es nach Ansicht vieler Fachleute wahrscheinlich, dass Alkohol die Entstehung von Leberkrebs begünstigt. Über eine chronische Entzündung und Verfettung der Leber kann Alkohol zu einer sogenannten Schrumpfleber (Zirrhose) führen, die ihrerseits ein hohes Krebsrisiko darstellt.

Die Daten einiger Studien deuten an, dass auch zwischen Lungenkrebs und Alkoholkonsum ein Zusammenhang besteht, der möglicherweise unabhängig vom Tabakkonsum ist.

Aber und Rauchen ist ein zusätzlicher Risikofaktor für Krebs oder eine der vielen anderen Alkoholfolgeerkrankungen. Gene spielen dabei allerdings auch eine Rolle, wie Wissenschaftler von der Universität Heidelberg vor wenigen Jahren herausfanden. Manche Menschen haben eine Genvariante, die dazu führt, dass beim Alkoholabbau mehr gefährliches Acetaldehyd entsteht. Acetaldehyd greift die Eiweißverbindungen der Zellen an, und es bindet an die Erbsubstanz DNA. Dadurch häufen sich Kopierfehler in der DNA, die zu Krebs führen können.

Eine Gruppe von internationalen Forschern unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hat im Jahr 2011 eine umfassende Berechnung vorgelegt. Demnach sind in Europa Wein, Bier und andere alkoholische Getränke bei Männern für eine von zehn Krebsneuerkrankungen mitverantwortlich. Bei Frauen ist es eine von 33 Neuerkrankungen. Allerdings bezogen die Wissenschaftler auch Tumoren mit ein, bei denen ein Zusammenhang zum Alkoholkonsum nicht ganz eindeutig belegt ist.

Für ihre Arbeit werteten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 360.000 Menschen aus. Die knapp 110.000 männlichen Studienteilnehmer stammten aus sechs Ländern, die gut 250.000 weiblichen kamen aus acht Nationen. Deutschland wurde jeweils mituntersucht. Die Forscher glichen die Angaben der Teilnehmer zu ihrem Trinkverhalten mit Einträgen aus Krebsregistern und weiteren Quellen ab. So berechneten sie den auf Alkohol zurückzuführenden Anteil von Neuerkrankungen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Alkohol besonders schädlich ist, wenn er in größeren Mengen konsumiert wird:

Männer: Den Hochrechnungen der Wissenschaftler zufolge war Alkoholkonsum für 32 von 100 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes (Mundraum, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre), des Darms und der Leber mitverantwortlich. Mehr als die Hälfte dieser durch Wein, Bier oder Schnaps mitbedingten Tumoren ließen sich auf den Konsum größerer Mengen Alkohol zurückführen.

Frauen: Alkohol war für die Entstehung von fünf von 100 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms, der Leber und der Brust mitverantwortlich. Je nach Krebsart unterschied sich die Zahl der Erkrankungen, die mit einem Alkoholkonsum oberhalb des Grenzwertes zusammenhing, von etwas weniger als der Hälfte bis hin zur überwiegenden Mehrheit. Diese und weitere verwendete Quellen finden sich am Ende dieses Textes.

Alkoholsucht Jugendliche
Alkoholsucht bei Jugendlichen ist ein sehr ernst zu nehmendes Thema. Besonders Jugendliche gehören heutzutage zu den gefährdeten Gruppen. Sie trinken oft in Gruppen und wollen sich durch Abstinenz nicht von den anderen ausgrenzen, und beim exzessiven Trinken begibt man sich in eine emotionale Ausnahmesituation. Gefühle wie Liebeskummer werden intensiviert, Depressionen verstärkt. Wer zu Aggressionen neigt, rastet schneller aus und hat sich nicht mehr unter Kontrolle. Dann sind Prügeleien und heftige Streitereien vorprogrammiert.

Auch die meisten alkoholbedingten Unfälle von jungen Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren vor allem zwischen Samstagabend 18 Uhr und 4 Uhr Sonntagmorgen verursacht (Disco!). Kinder und Jugendliche reagieren anders auf Alkohol als Erwachsene. Das Gehirn ist erst im Alter von 17 bis 18 Jahren ausgereift. Alkohol bremst dieses Wachstum und zerstört Gehirnzellen. Anders als beim Erwachsenen regenerieren sie sich nicht. Die Folge: Denkprozesse verlangsamen sich. Deshalb sollten Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren möglichst keinen Alkohol trinken.

Interessant, dass mehr als die Hälfte aller Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren glauben nicht, dass Alkoholkonsum und Wettsaufen Gefahren darstellen, ja sogar tödlich enden können. Denn meist ist nach durchzechter Nacht am nächsten Tag alles wieder in Ordnung.

Schneller Konsum von viel Alkohol kann das Hirn-zentrum lähmen. Der Reflex der selbstständigen Atmung setzt aus, und der Jugendliche erstickt. Während die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, setzt sie keine Glukose frei. Die Unterzuckerung kann Bewusstlosigkeit, epileptische Anfälle und schwere Hirnschäden zur Folge haben oder einen tödlichen Schock auslösen. Auch wichtig: Wie viel Alkohol getrunken wird, kann sogar und in den Genen liegen.

Alkohol und Sterblichkeit
Der Anteil von Alkoholschäden an der erhöhten Männer-Sterblichkeit lag mit 20 bis 30 Prozent in osteuropäischen Ländern höher als im Rest von Europa (10 bis 20 Prozent). Beim Thema Zigaretten nahm Malta mit 74 Prozent einen besonders hohen Wert ein. Sowohl chronisch als auch punktuell übermässiger Alkoholkonsum kann zu gesundheitlichen Problemen mit tödlichem Ausgang führen. Im Jahr 2002 waren in der Schweiz schätzungsweise mehr als 2 000 Todesfälle dem Alkoholkonsum zuzurechnen, die meisten davon (78%) betrafen Männer. Insgesamt waren somit 5.2% aller Todesfälle bei Männern dem Alkohol zuzuschreiben, bei Frauen waren es 1.4%.

Nach Angaben des DRK sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Menschen alkoholabhängig, von denen jährlich etwa 40.000 an den direkten oder indirekten Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sterben. Andere Quellen beziffern die Zahl der Alkoholabhängigen auf 1,5 bis 1,7 Millionen; ca. weitere 2,7 Millionen betreiben Alkoholmissbrauch. Etwa 10% der trinkfähigen Bevölkerung konsumieren mehr als die Hälfte des gesamten Alkohols (Quelle). Nach Angaben der DHS trinkt der statistische Durchschnittsdeutsche im Jahr fast 20 Liter Wein, 3,8 Liter Schaumwein und 5,8 Liter Spirituosen. Der Bierkonsum in Deutschland lag 2004 bei knapp 116 Litern pro Person und damit international an 2. Stelle. Etwa 16.000 Alkoholtote pro Jahr.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, starben im Jahr 2005 in Deutschland 12.233 Männer und 4.096 Frauen im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Das sind rund 2% aller Sterbefälle.

Im Jahr 2005 starben damit mehr Menschen im Zusammenhang mit Alkohol als durch Suizide (10.260) und tödliche Verkehrsunfälle (5.458) zusammen. Die häufigste alkoholbedingte Todesursache war die alkoholische Leberzirrhose mit 9.250 Gestorbenen.

Betrachtet man die Entwicklung der Sterbefälle je 100.000 Einwohner, zeigt sich im Zeitverlauf eine uneinheitliche Entwicklung: Verstarben 1985 noch 12 Personen an alkoholbedingten Krankheiten, waren es 1995 bereits 21. 2005 lag die Sterblichkeit bei etwa 18 Personen. Männer (26) sterben deutlich häufiger an den Folgen überhöhten Alkoholkonsums als Frauen (9). In Bayern war mit etwa 13 Gestorbenen je 100.000 Einwohner im Jahr 2005 die niedrigste alkoholbedingte Sterblichkeit festzustellen, in Mecklenburg-Vorpommern die höchste.

Die Todesfälle, bei denen Alkoholkonsum mit zum Tode beigetragen hat, jedoch nicht als Hauptursache (Grundleiden) erkannt wurde, sind in den Zahlen über Alkohol als Todesursache nicht berücksichtigt.

Nach Angaben der DHS betragen die Kosten alkoholbezogener Krankheiten (ohne Kriminalität und intangible Kosten) ca. 20,6 Mrd. Euro pro Jahr. Der größte Teil des volkswirtschaftlichen Schadens bezieht sich mit ca. 7 Mrd. Euro auf die alkoholbezogene Sterblichkeit. Werbeindustrie gibt jährlich etwa 890 Millionen Euro aus.

Der Verbrauch reinen Alkohols beträgt laut DHS 10,5 Liter pro Kopf und Jahr. Die Bundesbürger zahlen jährlich etwa 3,5 Mrd. Euro an Alkoholsteuern. Den jährlich 890 Millionen Euro Werbeausgaben der Alkohol- und Tabakindustrie (Alkohol: ca. 526 Mio.) in Deutschland stehen nach Angaben der DHS nur 10 Millionen Euro für die Aufklärung gegenüber. Auch etwa 400.000 Arbeitsunfälle wegen Alkohol.

Einer amerikanischen Studie zufolge verdoppelt sich die Verletzungsgefahr nach mehr als einem Drink. Nach mehr als 4 Drinks erhöht sich die Verletzungsgefahr auf das 11fache!!

Auch alkoholabhängigkeit ist für etwa ein Viertel aller Selbsttötungen in Amerika verantwortlich. In 67% aller Mordfälle war Alkohol ‚im Spiel‘.

Suchtexperten fordern Verbot von Alkoholwerbung
Die Experten der DHS sprachen sich für ein Verbot von Alkoholwerbung aus. „Es gibt Belege, dass Werbung den Konsum hochfährt“, erklärte Suchtexperte Mann. Besonders junge Frauen tränken immer mehr Alkohol. Ziel müsse es zumindest sein, den Schnitt von zehn Litern Alkohol pro Kopf jährlich in Deutschland auf den europäischen Durchschnitt von acht Litern pro Kopf zu reduzieren. „Die Reduzierung auf weniger als zehn Liter ist keine Prohibition“, sagte Hüllinghorst. „Dann ist immer noch viel Stoff vorhanden.“

Als positives Beispiel nannte DHS-Experte Mann Frankreich. Dort sei der Alkoholkonsum innerhalb der vergangenen 30 Jahre durch Warnhinweise auf Flaschen, massive Werbeeinschränkung und vermehrte Kontrollen im Straßenverkehr von 16,1 Liter auf 9,3 Liter pro Kopf und Jahr reduziert worden.
Hüllinghorst erklärte, es habe sich gezeigt, dass Einflussnahme auf den Preis und die Abgabe von Alkohol immer noch zu den wirksamsten Maßnahmen im Kampf gegen den Alkoholkonsum gehörten. „Prävention allein wird diese Probleme nicht lösen“, sagte der Suchtexperte.

Eine starke Korrelation herrscht zwischen der Verfügbarkeit von Alkohol und der Inzidenz von Leberzirrhosen. Dies lässt sich unter anderem anhand historischer Beispiele belegen. „In Paris kam es im Zweiten Weltkrieg zu einer Reduktion des Alkoholkonsums um 80 Prozent”, so Cortez-Pinto. „Der Effekt auf die Zirrhose-Mortalität war spektakulär: Die Mortalität wurde in einem Jahr um 50 Prozent reduziert und in fünf Jahren um 80 Prozent.“

Aber die Alkoholindustrie sorgt durch die Produktion neuer Mixgetränke der gezielten Werbung zielgruppenspezifisch auf Jugendliche gerichtet dafür, dass die Jugendlichen das Interesse an Alkohol nicht verlieren.

Keine Werbung für Alkohol, Tabak und Medikamente in Radio und Fernsehen
Um die Alkoholreklame im Fernsehen, Pressemeldung 1964 – Eingabe an den Bundesrat, 1963 – Fernsehen und Alkoholreklame, Referat 1964 – Weisungen zur Fernsehreklame 1964 – Werbung und Alkoholkonsum, Studie 2004.

Mit seinem Beschluss vom 24. April 1964 hat der Bundesrat die Konzession für die Fernsehwerbung erteilt, gleichzeitig aber jede Fernsehreklame für alkoholische Getränke, Tabak und Medikamente ausgeschlossen. Es war vorauszusehen, dass dieser mutige Entscheid zwar von vielen Kreisen dankbar begrüsst, gleichzeitig aber auch auf den Widerstand einzelner finanzieller Interessengruppen stossen würde.

„Die Fernsehreklame ist nicht schädlicher als Zeitungs oder Plakatreklame.“ Vor allem im Unterschied zur Reklame in Zeitungen kann Fernsehreklame nicht überblättert werden und wird besonders von der Jugend unter 14 Jahren beachtet. Dabei handelt es sich um eine unbewusste Beeinflussung nicht im Hinblick auf die Gegenwart, sondern zur Gewinnung zukünftiger Konsumenten. Die Soziale Studienkommission des Schweiz.“

Die deutsche Statistik besagt, dass 1987 für Alkoholika und Tabakwaren 60 Milliarden DM ausgegeben wurden, für Unterricht und Erziehung wenig mehr als 30 Milliarden DM – 1992 waren es bereits alleine für Alkoholika 50 Milliarden. Die Folgen: 130.000 Tote durch diese Substanzen und volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 120 bis 170 Milliarden Mark (Stand 1994). Der Steuergewinn, der dem gegenüberstand: gerade mal 20 Milliarden.

Vergleichszahlen der Sucht im Report für 1990 der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren: 1,5 bis 1,8 Millionen Alkoholkranke, 450.000 bis 800.000 Medikamentenabhängige, 60.000 bis 80.000 Drogenabhängige (Heroin, Kokain).

Interessant, dass auf jeder Zigarettenschachtel findet sich eine Warnung über die tödlichen Konsequenzen des Rauchens. Auf Wein, Bier oder Schnapsflaschen fehlt jedoch der kleinste Hinweis auf die krebserregende Wirkung dieser Getränke. Und das, obwohl dafür etliche wissenschaftliche Beweise vorliegen. Stattdessen sind alkoholhaltige Getränke in Deutschland sogar günstiger zu haben als in vielen Nachbarländern.