Der Abt Johannes Trithemius

Kloster

Johannes Trithemius war Abt in den Klöstern Sponheim und Würzburg. Er ging in die deutsche Geschichte als ein brillanter Vertreter des Humanismus ein, aber auch auf der Seite der Geheimen Künste war Johannes Trithemios ein absoluter Experte. In der Legende von Hunsrück gilt er noch heute als Experte, Abt und Zauberer, der sich sogar in alten Schulbüchern noch veranschaulichte. Johannes war der „Schelm in der Kutte“ und durchlebte alle nur denkbaren Phasen eines Lebens. Trithemios kannte die Not genauso gut wie den damaligen Reichtum, auch, wenn dieser Begriff des Reichtums unterschiedlich interpretiert werden kann.

Das Leben des Johannes Trithemius

Johannes Trithemius hieß eigentlich Johannes Heidenberg und wurde am 01. Februar 1462 in Trittenheim geboren. Ein Jahr nach seiner Geburt starb sein Vater. Die Mutter heiratete sieben Jahre später einen Mann, der Johannes verboten hatte, sich zu bilden. Ihm wurden viele Steine in den Weg gelegt, und doch blieb die Vision in ihm nicht aus. Als Junge träumte er von einem anderen Jüngling im weißen Gewand. Es erschienen zwei Tafeln und Johannes musste sich für eine endscheiden, also beherzte er jene mit Buchstaben. Für Johannes Trithemius hieß das, dass er sich doch auch gegen den Willen des Stiefvaters bilden sollte und so lerne er im Geheimen die Sprachen Latein und Griechisch. Johannes entfernte sich im 17. Lebensjahr von seinem Elternhaus und begab sich auf die Suche nach Bildungseinrichtungen und Lehrern.

Im Jahre 1482 gelangte Johannes Trithemius in die Benediktinerabtei in Sponheim, wo er nach kurzer Zeit bereits zum 25. Abt des Klosters erwählt wurde. Mit seiner Wahl veränderte sich auch im Kloster einiges. Die Leichtlebigkeit verfiel und Ordnung, Disziplin und Aktivitäten traten ein. Bald wurde seine Durchsetzungsfähigkeit bekannt, sodass sich die umliegenden Klöster für ihn interessierten. Er wurde Visitator der Schwesternklöster. In Ausübung seiner Tätigkeiten als Abt, Visitator, Prediger und Redner interessierten ihn nicht nur die Reisen durch Deutschland und die anliegenden Staaten, sondern auch der Aufbau der Bibliotheken. Zunächst waren lediglich 48 Bücher vorhanden, doch schon bald vermehrten sich diese auf eine stattliche Anzahl von über 2000 Exemplaren. Johannes Trithemius wurde weit über Europa hinaus bekannt und der Ruhm seines Bücherschatzes zog große Persönlichkeiten wie Kaiser, Kurfürsten und Wissenschaftler an. Mit dem Ruhm kamen auch die Unruhe und damit die Auseinandersetzungen im Kloster Sponheim. Im Jahre 1506 wurde Johannes Trithemius ins Schottenkloster Sankt Jakob in Würzburg geholt und auch hier zum Abt ernannt. Johannes fand hier bis zu seinem Tod im Jahre 1516 seine neue Heimat, doch er vermisste die Bibliotheken und verbitterte jeden Tag mehr.

Das Pro und Contra seines Wirkens

Seine Leidenschaft zur Bildung bewegte ihn dazu, Sinnsprüche in verschiedenen Sprachen in die Wände der Bibliotheken zu meißeln. Es war fast eine antike Orakelstätte für ihn und die Gäste. Trithemius sah sich dazu auserkoren, das druidische Erbe der Germanen zu bewahren und einen großen Teil dessen in die Klöster einzubringen. Im Jahre 1500 hatte Johannes Trithemius zwei Teile seiner wohl seltsamsten Bücher geschrieben: „Steganographia“. Es waren Geheimschriften mit den Spekulationen auf magische Zeichen, Buchstaben und Zahlen. Seine Kapitel enthielten weiterhin geheime Botschaften, die derart weise chiffriert waren, dass es lange Zeit kostete, die Geister in ihnen zu sehen. Beispielsweise waren es Geisternamen aus der Kabbalah, aus dem Salomonis und aus dem Hermes-Werken. Er ließ sich von unverfälschten Wahrheiten und galt als kühnster Geschichtenschreiber aller Zeiten.

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